Montag 23. Oktober 2017
KA.login

TAGUNG | Flucht u. Integration in Europa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

Im Widerspruch zu stärkerer Einbeziehung der Väter in Kindererziehung

Wien, 17.1.2014  Presseerklärung zum Entscheid des Verfassungsgerichtshofes hinsichtlich Samenspende für lesbische Frauen in Lebensgemeinschaft

 

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) hat Bedenken gegen den am 17. Jänner veröffentlichten Entscheid des Verfassungsgerichtshofes geäußert, wonach es verfassungswidrig ist, wenn Frauen, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft leben, von der Erfüllung eines Kinderwunsches durch künstliche Fortpflanzung mittels Samenspende ausgeschlossen werden. Für Kinder ist es nachweislich wichtig, eine männliche und eine weibliche Identifikationsfigur zu haben. Zwar kann es durchaus sein, dass zwei gute Mütter besser sind als eine schlechte Mann-Frau-Beziehung. Die geplante Eröffnung einer Mutterschaftsmöglichkeit für lesbische Paare widerspricht aber der Tendenz, Väter mehr einzubeziehen, gibt die KAÖ zu bedenken.

 

Bei der von der KAÖ durchgeführten Umfrage des "Zukunftsforums" der katholischen Kirche in Österreich hatte sich in der – vergleichbaren – Frage zu einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare eine Minderheit von 41 Prozent für ein solches Recht ausgesprochen. Die Katholische Aktion hebt zugleich hervor, dass es bei ihren Bedenken gegen den Entscheid des VfGH einzig um die Frage des Kindeswohles geht, nicht um ein Urteil über gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

 

Was das Wohl des Kindes und seine Entwicklung angeht, gibt es in der wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Diskussion zwei Tendenzen, die in ihrer Widersprüchlichkeit zu denken geben sollten. Während auf der einen Seite die These verfochten wird, dass die klassische Familienkonstellation (Vater-Mutter-Kind) keinerlei Mehrwert für die Entwicklung des Kindes habe, steht man auf der anderen Seite vor einem Trend, den Vater aufgrund seiner prägenden Rolle mehr in die Kindererziehung einzubeziehen (Stichwort: Vaterkarenz) bzw. dem Kind das Recht einzuräumen, Vater und Mutter zu sehen und zu erleben.

 

Die KAÖ erinnert an ein abweichendes Votum, dass sechs Mitglieder der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt im April 2012 abgegeben haben. Der VfGH hatte die Kommission um eine Stellungnahme zu der Causa gebeten. Eine Mehrheit hatte sich für die Zulassung der Samenspende für lesbische Paare ausgesprochen. Zu den abweichenden Stimmen zählten der Wiener Mediziner und Moraltheologe Matthias Beck, der Wiener Arbeits- und Sozialrechtler Wolfgang Mazal und der Wiener Arzt Johannes Meran.

 

Langzeitstudien zum Kindeswohl fehlen

 

Sie hoben hervor, der Gesetzgeber übernehme in Zusammenhang mit künstlichen Befruchtungen "Verantwortung über das soziale Umfeld". Der Fortpflanzungswille sei zudem dem Kindeswohl gegenüberzustellen. Es gäbe noch keine klaren und eindeutigen Studien, die belegen, dass die Entwicklung von Kindern bei gleichgeschlechtlichen Paaren nicht leide. Es gebe nach wie vor „Unsicherheiten und beträchtliche Spannungen in den Ergebnissen". Es fehlten vor allem genügend Fallzahlen und Langzeitbeobachtungen an Kindern hinsichtlich ihrer langfristigen psychosexuellen Entwicklung. Geht man von einem ganzheitlichen Menschenbild aus – der Mensch als bio-psycho-soziale Einheit –, wie es sich im letzten Jahrhundert langsam und auf breiter Ebene durchgesetzt hat, könne die biologisch-genetische Herkunft für die psycho-soziale Identitätsentwicklung nicht bedeutungslos sein. Der VfGH wertete aber diese Einwände als zu wenig schwerwiegend, als dass sie eine Einschränkung für lesbische Paare rechtfertigten.

 

Verbot der Leihmutterschaft in Gefahr?

 

Das Minderheitsvotum in der Bioethikkommission hatte auch zu bedenken gegeben, dass als nächstes männliche gleichgeschlechtliche Paare gegen Diskriminierung in diesem Bereich klagen könnten. Damit würde aber auch das in Österreich geltende Verbot der Leihmutterschaft gefährdet, denn ein homosexuelles männliches Paar könne nur durch Leihmutterschaft zu einem genetisch verwandten Kind kommen. Leihmutterschaft verletze aber Frauen "in ihrer psychischen und physischen Integrität“.

 

Dazu hält der Verfassungsgerichtshof fest, die Entscheidung bedeute nicht, dass Männern, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, nunmehr die Möglichkeit der Leihmutterschaft eingeräumt werden muss. Wörtlich heißt es dazu:  „Die Unmöglichkeit einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung bei Partnerschaften von Männern ist eine biologisch bedingte 'Diskriminierung'. Wegen der in diesem Fall notwendigen Einbeziehung einer Frau (als 'Leihmutter'), deren Privat- und Familienleben ebenfalls schutzwürdig ist, liegt ein unterschiedlicher Sachverhalt vor, der auch rechtlich unterschiedlich geregelt werden kann. Wenn es – was hier nicht zu beurteilen ist – verfassungsrechtlich zulässig ist, einer Frau, die kein Kind austragen kann, durch Verbot der Leihmutterschaft die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu verwehren, so muss das auch für den Kinderwunsch zweier in Partnerschaft lebender Männer gelten, die zu dessen Erfüllung ebenfalls die Mitwirkung einer Leihmutter benötigen.“

 

Ausjudiziert ist ein solcher Fall allerdings nicht, geben Experten zu bedenken. Keine Aussage gibt der VfGH dazu, ob die Entscheidung Konsequenzen für allein lebende Frauen haben muss.

Kalender
12
Nov.

Den ganzen Tag laden Freiwilligenorganisationen zum Kennenlernen ein.

mehr
17
Nov.

Die „Option für die Armen“ in der Praxis unserer Pfarrgemeinden

mehr
23
Nov.

„Gott selber sucht seine Schafe"

 

Geistliche Leitung: Andreas Jakober, Pfarrer von St. Johann im Pongau und Geistlicher Assistent der KMBÖ

mehr
24
Nov.

Am Beginn des 21. Jahrhunderts erschüttern neue Formen der Kriegsführung, umfassende Techniken der Überwachung, eine entfesselte wirtschaftliche Globalisierung und die politischen Strategien des Populismus die Fundamente rechtsstaatlicher Demokratie.

mehr
Katholische Aktion
Österreich

A-1010 Wien, Spiegelgasse 3/2/6
T: +43.1.51552-3660
E: office@kaoe.at
http://kaoe.at/