Dienstag 22. August 2017
KA.login

TAGUNG | Flucht u. Integration in Europa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

Sterbehilfe-Verbot in Verfassung braucht noch viel Überzeugungsarbeit

KAÖ-Präsidentin Schaffelhofer zur Diskussion um die Pläne der Regierung: „Versuchung des Menschen wird immer größer, in sein eigenes Leben und auch das anderer einzugreifen“

 

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) sieht in der Übereinkunft der österreichischen Bundesregierung, das geltende Verbot der aktiven Sterbehilfe und das „Grundrecht auf ein Sterben in Würde“ in der Verfassung zu verankern, ein nach wie vor wichtiges Ziel. Über die Sinnhaftigkeit einer solchen Verankerung sowie über die Sterbehilfe insgesamt ist in den vergangenen Tagen in den Medien eine Debatte in Gang gekommen. KAÖ-Vorsitzende Gerda Schaffelhofer erklärt dazu: „Österreich ist bereits bisher mit seinem Festhalten am Euthanasie-Verbot und dem Ausbau der Sterbebegleitung und des Hospizwesens einen Weg gegangen, der die Würde des Menschen am Ende seines Lebens wahrt. Eine Verankerung in der Verfassung wäre ein entscheidender Schritt, die Menschenwürde und die Rechte unheilbar Kranker und Sterbender in Österreich abzusichern.“

 

„Auf dem Weg zu einer tatsächlichen Festschreibung in der Verfassung müssen aber noch zahlreiche Hürden genommen werden“, gibt Schaffelhofer zu bedenken. Im Auftrag der Regierung sollen sich zunächst eine parlamentarische Enquete-Kommission sowie die Bioethik-Kommission beim Bundeskanzleramt mit der Möglichkeit einer verfassungsrechtlichen Festschreibung des Verbots der Tötung auf Verlangen befassen. Wenn es dann zu einer Gesetzesvorlage der Regierung kommt, müssen die beiden Regierungsparteien im Parlament auch Abgeordnete der Opposition für ein solches Verfassungsgesetz gewinnen, um die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit zu erreichen.

 

„Hier wird es noch viel Überzeugungsarbeit brauchen“, so die KAÖ-Präsidentin: „Die Möglichkeiten der modernen Medizin scheinen dem Menschen eine große Macht über das Leben in die Hand zu geben. Damit unterstreichen sie ein heute weit verbreitetes Selbstverständnis: dass der Mensch alleine über sich selbst und sein Leben verfügen könnte. Gerade am Ende des Lebens und in existenziellen Krisen wird die Versuchung daher immer größer, in sein eigenes Leben und auch das anderer einzugreifen.“

 

Sterbebegleitung und Pallitativmedizin

 

„Bei aller Selbstverantwortung und Gestaltungsfreiheit, die der Mensch für sein Leben hat, sieht der christliche Glaube im Leben - von seinem natürlichen Anfang bis zu seinem natürlichen Ende - ein Geschenk Gottes. Wir bemühen uns daher, die Menschen davon zu überzeugen, dass gerade die Grenzsituationen und Krisen des Lebens eine existenzielle Herausforderung sind, die – wenn sie angenommen wird – zum Wachsen und Reifen der Person beitragen kann. Auch darum setzen wir uns für ein Sterben in Würde ohne aktive Euthanasie ein“, so Schaffelhofer.

 

„Der frühere Wiener Erzbischof Kardinal Franz König hat das wunderbare Wort geprägt: ‚Menschen sollen an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen‘. Der Satz zeigt, worauf es in der Sterbebegleitung ankommt, nämlich auf die Nähe und den Trost eines Mitmenschen. Eine zweite wesentliche Säule sind die medizinischen Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Dass Sterbebegleitung und Palliativmedizin der bessere Weg sind im Vergleich zur aktiven Sterbehilfe, dem haben sich inzwischen auch viele Menschen anderen Glaubens oder anderer Weltanschauung in Österreich angeschlossen.“

 

Damit eine Mehrheit der Bevölkerung das Euthanasie-Verbot auch weiterhin mitträgt, braucht es laut Schaffelhofer Maßnahmen in mehreren Bereichen: „Neben dem weiteren Ausbau der Hospizversorgung ist ein wichtiger Bereich eine entsprechende Schulung von Medizinern und Pflegepersonal. Zudem muss erreichbare und entsprechend qualifizierte Beratung für Betroffene und Angehörige zur Verfügung stehen. Und neben Sachinformation braucht es das Zeugnis von bekannten und überzeugenden Persönlichkeiten und von Angehörigen. In all diesen Bereichen geschieht schon sehr viel, aber ich denke, wir können uns als Kirche insgesamt noch mehr engagieren.“

 

Signal an Europa

 

In einem Interview für den kirchlichen Informationsdienst „SIR Europa“ hat Schaffelhofer auf die europäischen Aspekte des österreichischen Weges in der Frage der Sterbehilfe hingewiesen: „Wenn Österreich das Verbot aktiver Sterbehilfe und das Grundrecht auf ein würdiges Sterben tatsächlich in der Verfassung verankert, wäre das ein deutliches Signal an jene europäischen Länder, die Töten auf Verlangen zulassen. Wesentlich ist meines Erachtens, in den europäischen Institutionen, besonders im EU-Parlament, Überzeugungsarbeit gegen aktive Sterbehilfe zu leisten und zu fordern, dass die Entwicklungen in diesem Bereich durch Forschungen und Untersuchungen europaweit genau verfolgt werden. Ein Nein zur Tötung auf Verlangen wird aber erst dann eine Mehrheit in Europa überzeugen, wenn es ein ausreichendes und qualitativ gutes Hospizwesen und entsprechende Palliativmedizin in den einzelnen Ländern gibt.“ (31.1.2014)

Kalender
Derzeit finden keine Termine statt.
Katholische Aktion
Österreich

A-1010 Wien, Spiegelgasse 3/2/6
T: +43.1.51552-3660
F: +43.1.51552-3764
E: office@kaoe.at
http://kaoe.at/