Montag 23. Oktober 2017
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TAGUNG | Flucht u. Integration in Europa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

„Regierung hat zu Schulterschluss der Unmenschlichkeit gefunden“

„Zu einem Schulterschluss der Unmenschlichkeit hat die Regierung  mit den nun vorgelegten Plänen zur Verschärfung des Asylrechts gefunden. Und wieder – wie auch beim Fortpflanzungsmedizingesetz - soll im Eiltempo ein Gesetz im Parlament beschlossen werden,  das in Österreich verbürgte Grundrechte aushebelt“, kritisiert die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich, Gerda Schaffelhofer. „Ich frage mich, in welchen Sumpf sind wir geraten, wenn führende Politiker unseres Landes  bedauernd meinen, wir hätten im letzten Jahr in Österreich so viel Menschlichkeit gegenüber den Flüchtlingen gezeigt, nun müsse diese Menschlichkeit wieder mit ‚der Ordnung‘ in Einklang gebracht werden.  Vor einem Ordnungsdenken, das Menschen in Not abweist, ihnen international festgeschriebene Rechte vorenthält und Grenzbalken hochzieht, fürchte ich mich. Und ich halte es für eine Zumutung, dass jene, die christlich handeln oder einfach den Gesetzen der Humanität folgen, ihr solidarisches Verhalten immer öfter rechtfertigen müssen.


Dass sich Österreich mit seinen Plänen für die Sperre von Grenzübergängen auf die Seite der Saboteure eines gemeinsamen Europa stellt, ist traurig, beschämend und erinnert an längst überwunden geglaubte Zeiten, als einzelne Staaten der Überzeugung waren, innerhalb ihrer Grenzen autonom entscheiden zu können, wie Menschlichkeit zu definieren ist.“

 

Ebenso schließt sich die KAÖ-Präsidentin der Kritik aus vielen anderen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen am Vorgehen der Regierung an, „einen Flüchtlingsnotstand auszurufen, der nicht gegeben ist. Würden jene Politiker, die so gerne zu einem Fototermin nach Rom reisen, um dem Papst die Hände zu schütteln, seine Appelle ernst nehmen, müsste die Politik unseres Landes eine andere Handschrift tragen“, ist Schaffelhofer überzeugt. „Bei uns werden Ängste in der Bevölkerung geschürt und verstärkt, anstatt zu Solidarität und Teilen aufzurufen.“

Im geplanten Asyl auf Zeit und den erhöhten Hürden für eine Familienzusammenführung sieht Schaffelhofer „das wirksamste Mittel, Integration zu verhindern. Anstatt alles zu unternehmen und zu investieren, um Flüchtlinge möglichst rasch und gut zu integrieren, wird ihnen in Aussicht gestellt, dass sie unser Land eines Tages ohnehin wieder werden verlassen müssen. Das untergräbt alle Maßnahmen, die den Betroffenen ermöglichen sollen, sich als Teil der Bevölkerung unseres Landes zu fühlen und zu verstehen.“

 

„Wenn es darum geht, Flüchtlinge abzuwehren, ihre Rechte zu beschneiden und Hilfsgelder zu kürzen, ist unsere Politik schnell, kreativ und entscheidungsfreudig. Würde unsere Regierung nur einen Bruchteil jener Entschlossenheit, die sie beim Errichten von Hürden gegen Flüchtlinge an den Tag legt, im Kampf um ein gerechtes Finanzsystem aufbringen, wäre die Versorgung und Integration von Flüchtlingen auf Jahre ausfinanziert,“ so Schaffelhofer. 

 

Wien, 14.4.2016

 

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