Montag 26. Juni 2017
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TAGUNG | Flucht u. Integration in Europa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

Mauthausen-Gedenken

Ökumenischer Gottesdienst in KZ-Gedenkstätte mit Bischof Bünker, Pfarrer Öhler und Erzdiakon Athanasius - Feier stand unter dem Motto "Internationale Solidarität"

 

Mit einem eindringlichen Appell zur gesellschaftlichen Wachsamkeit begannen am Sonntag die Gedenkfeierlichkeiten zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen: So mahnte Pfarrer Christian Öhler bei einem ökumenischen Wortgottesdienst zum Auftakt der Gedenk- und Befreiungsfeier in der Kapelle der Gedenkstätte: "Was geschehen ist, kann wieder geschehen". Das gesellschaftliche Klima sei rauer geworden, "dass wir unter einer weit verbreiteten Sprachverwirrung leiden", lass sich "nicht leugnen", so Öhler.

 

"Ein überhöhter Bezug auf die Nation verbindet die Beschwörung eines Gefühls der Zusammengehörigkeit nach innen mit einer aggressiven Abwehrhaltung nach außen" - dies ergebe jene Melange, die die "dunklen Seiten jener Zeit", an die man heute erinnere, zu "dunklen Möglichkeiten unserer Zeit" werden lasse. Schließlich sei der "Übergang von sprachlicher Gewalt in brachiale Gewalt gegen Sachen, Leib und Leben ein Fließender", verwies Öhler etwa auf Befunde des letztjährigen Verfassungsschutzberichts. Darin wird eine deutliche Zunahme von fremdenfeindlichen Übergriffen festgestellt und unmittelbar in Zusammenhang gesetzt mit einer Zunahme von "Hassreden" und fremdenfeindlichen und verhetzenden Kommentaren etwa in sozialen Netzwerken (Wortlaut der Predigt siehe unten).

 

Erinnerung an Märtyrer

Öhler zelebrierte den ökumenischen Gottesdienst gemeinsam mit dem evangelischen Bischof Michael Bünker und dem orthodoxen Erzdiakon Athanasius, der den orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis) vertrat. Athanasius erinnerte in seiner Ansprache an die zahlreichen Märtyrer, die unter den Nationalsozialisten in KZs deportiert und umgebracht wurden. "Dieses unsägliche Leid ist für uns heute unvorstellbar, ebenso wie die systematische Grausamkeit und Kaltblütigkeit des Lagerpersonals uns völlig unverständlich ist. Wir lesen die Berichte über dieses Leid und diese Grausamkeit und wissen nicht, was wir dazu sagen sollen."

 

Die Erinnerung an die zahlreichen Zeugen des Glaubens, die ihren Glauben oftmals mit dem Tod bezahlt haben, könne heute dazu ermutigen, "unsere Überzeugungen auch in unserem komfortablen Alltag hochzuhalten und uns nicht von kleinen Problemen oder Unannehmlichkeiten abschrecken zu lassen, die die Nachfolge Christi in unserer Zeit manchmal mit sich bringt", so der Erzdiakon.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst folgte um 10 Uhr die große gemeinsame Befreiungsfeier am Appellplatz. Anschließend fanden Kundgebungen bei den nationalen Denkmälern und die Internationale Jugendkundgebung statt.

 

Seit 2006 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema, das in Beziehung zur Geschichte des KZ Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs steht. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Thema "Internationale Solidarität" mit deutlichen aktuellen Bezügen. Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, erinnerte daran, dass in den Konzentrationslagern Solidarität überlebensnotwendig war, etwa um kranke Häftlinge zu versorgen oder Spitzel zu enttarnen. "Die Überlebenden haben uns gezeigt, was internationale Solidarität bedeuten kann. Und ich würde mich schämen, wenn ich diesen Menschen sagen würde, das geht heute nicht." Angesichts von "Menschen, die vor dem Krieg nach Europa flüchten und dann scheitern, weil die europäischen Regierungen nur solidarisch im Wegschauen sind", forderte er "echte und internationale" Solidarität auch heute ein.

 

Das Konzentrationslager Mauthausen bestand vom 8. August 1938 bis zu seiner Auflösung nach der Befreiung seiner Insassen durch US-amerikanische Truppen am 5. Mai 1945. Im KZ Mauthausen und seinen Nebenlagern sind rund 100.000 Menschen ums Leben gekommen. Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers befindet sich seit 1947 eine Gedenkstätte.

 

> Predigt von Pfarrer Öhler (pdf 65,5 KB)

> Predigt von Erzdiakon Athanasius Buk, Griechisch-orthodoxe Metropolie von Austria (98 KB)

 

Wien-Linz, 15.5.2016

© www.kathpress.at

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