Sunday 31. May 2020
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KAÖ

 

 

 

Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

 

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

Familienfasttag: Frauenbewegung lädt zum "onlinesuppenessen"

Corona-bedingte Spendenausfälle mit spenden.teilen.at abmildern

Etliche Benefizsuppenessen, zu denen Gruppen der Katholischen Frauenbewegung (kfbö) im Rahmen ihrer jährlichen Aktion Familienfasttag einladen, mussten heuer aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Mit einer Initiative in den Sozialen Medien möchte die Frauenbewegung die zu erwartenden Spendeneinbußen so gering wie möglich halten, um ihren Projektpartnerinnen in den Ländern des Südens - Schwerpunktland ist heuer Indien - weiterhin bestmögliche Unterstützung zu bieten. "Daheim Suppe essen. Online spenden", heißt es auf der kfbö-Facebook-Seite und auf der Familienfasttag-Website www.teilen.at.

 

Die Idee dahinter: Statt zu pfarrlichen Benefizveranstaltungen zu gehen, "holen Sie das traditionelle Suppenessen auf Ihren Esstisch, genießen Sie Suppe von daheim und spenden Sie direkt online auf spenden.teilen.at", so der Appell der Frauenbewegung. Es wird auch um Rezepte für Suppenkreationen gebeten, die als dann als Anregung dienen sollen. Kfbö-Vorsitzende Veronika Pernsteiner z.B. machte via Facebook Appetit auf Bärlauchsuppe - "weil die Donau-Auen so voll Bärlauch sind und ich die Vitamine vom Spazierengehen mit nach Hause nehme". Und mit Hilfe der Spenden-Website könnte auch Frauen im Süden satt werden.

 

In Indien neben Virus auch Hunger

 

Eva Wallensteiner, Indienexpertin und Projektreferentin der Katholischen Frauenbewegung, unterstrich am Mittwoch im Interview mit "Kathpress" die Dringlichkeit der Hilfe aus Österreich. Sie sei täglich im Kontakt mit indischen Partnerinnen, von denen erfahre sie teils dramatische Schilderungen über die aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise aus erster Hand: Seit 13. März fahren auf dem Subkontinent mit seinen rund 1,3 Millionen Menschen keine Züge mehr, seit 25. März gibt es eine von der Polizei mit teils brutalen Mittel durchgesetzte Ausgangssperre. Der durch Geschäftsschließungen ausgelöste Massenexodus der Arbeiter aus den indischen Millionenstädten, die teils zu Fuß versuchen, in ihre Heimat zurückzukehren, wird Covid-19 in allen Landesteilen verbreiten. Laut Wallensteiner handelt es sich dabei um "systemerhaltende" Arbeitsmigranten, die das Leben in den Megacities am Laufen halten, die aber ohne jede soziale Absicherung vom Hunger bedroht sind.

 

Zuletzt hätten die Behörden verfügt, dass Erntearbeit nach entsprechendem Antrag nur mit Sicherheitsabstand der Arbeitenden erfolgen darf. Die BBC zeigte zuletzt dramatische Bilder von an Bahnhöfen gestrandeten Vertretern des informellen Sektors, die viel zu wenigen Busse seien hoffnungslos überfüllt. "Von social distancing kann da keine Rede sein, das ist ein Ding der Unmöglichkeit", weiß die EZA-Fachfrau. Sie verwies auch auf die Gegebenheiten in indischen Slums, wo durchschnittlich sechs bis sieben Personen in einem Raum lebten, die Toiletten irgendwo draußen, die Wasserversorgung mangelhaft, "keine Chance auf Händewaschen".

 

Indien sei schon früher immer wieder mit Epidemien konfrontiert gewesen und müsse angesichts der jetzt weltweiten Pandemie wohl einen eigenen Weg finden, mit der Krise fertig zu werden, meinte Wallensteiner. Die Politik müsse in die Pflicht genommen werden, das marode Gesundheitssystem des Landes zu sanieren, wo ein Spitalsbett für durchschnittlich 35.000 Menschen zur Verfügung stehe. Dabei würden dort Generika produziert, die aber nicht die Einheimischen heilen, sondern Patienten auch hierzulande.

 

"Hilfe zur Selbsthilfe" und Akutmaßnahmen

 

Als Projektverantwortliche ist Eva Wallensteiner derzeit bemüht, die nötigen 1,5 Millionen Euro an Spendengeldern für bestehende kfbö-Projekte aufzubringen, die vor allem Frauen zugutekommen. Es seien angesichts der Corona-Krise Umwidmungen nötig, um ergänzend zur längerfristig ausgerichteten "Hilfe zur Selbsthilfe" auch Soforthilfe zu leisten. Für viele sei jetzt der Hunger und nicht das Virus das vorrangige Problem. Die kfbö-Expertin bat um Spenden für Notpakete, die derzeit für Familien zusammengestellt werden; mit den darin befindlichen Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln im Gegenwert von umgerechnet zehn Euro könne eine Familie eine Woche lang auskommen. Auf ihrem Tisch liegen Anträge für 565 Familien, berichtete Wallensteiner.

 

Sie wisse, dass die Konkurrenz auf dem Spendenmarkt derzeit groß ist und viele Hilfe benötigen. Aber auch als die Aktion Familienfasttag der Frauenbewegung in den 1950er-Jahren entstand, sei der Wohlstand in Österreich noch längst nicht so ausgeprägt gewesen wie trotz der Corona-Krise heute. "Wir spüren derzeit, wie verletzlich wir sind", sagte Wallensteiner. "Für die Menschen in Indien gilt das noch viel mehr. Und Corona zeigt uns deutlich: Wir leben alle auf einem Planeten." In "normalen" Jahren sammeln Tausende Österreicherinnen in den Pfarren und bei Suppenessen während der Fastenzeit für benachteiligte Frauen in Asien, Lateinamerika und Afrika. Mit dem Erlös fördert die Katholische Frauenbewegung mehr als 100 Frauenprojekte.

 

(Spenden für die Aktion Familienfasttag auf das Konto IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000; Online: spenden.teilen.at)

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