Freitag 22. März 2019
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STEUERREFORM

Die Katholische Aktion strebt eine solidarische Gesellschaft an, die ein gutes Leben für alle Menschen ermöglicht. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe an, vor allem die Interessen der Schwachen, Bedürftigen und Benachteiligten in unserer Gesellschaft zu vertreten.

 

Diese Sicht der gesellschaftspolitischen Aufgaben der Christ/inn/en entspricht dem Sozialhirtenbrief der katholischen Bischöfe Österreichs (1990): „Darum muss die Kirche dort ihre Stimme erheben, wo offen oder verborgen Armut besteht, wo Menschen Unrecht erleiden, wo gesellschaftliche Strukturen Menschen benachteiligen und anderen Privilegien erlauben".

 

Das  Sozialwort des ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (2003) führt diese Position weiter: „Im Zentrum dieses kirchlichen Engagements steht der Einsatz für ein menschenwürdiges Leben für alle." (Absatz 7).  Es verweist darauf,  dass die soziale Verantwortung zentrale Glaubenswahrheiten betrifft  (Absatz 8).  Im Absatz 191 des Sozialwortes wird eine ausgleichende Steuerpolitik gefordert:

„Wo der Markt sich selbst überlassen bleibt, entsteht Ungleichverteilung von Einkommen, Vermögen und Beteiligungschancen. Aufgabe der Politik ist es, durch Bereitstellung einer allen zugänglichen Infrastruktur,  durch eine ausgleichende Steuer- und Sozialpolitik, durch  rechtliche Regelung von Arbeit und Wirtschaft dafür zu sorgen, dass alle Menschen einen gerechten Anteil an den gemeinsam erwirtschafteten Gütern und Leistungen erhalten und menschenwürdig leben können." Unter den Forderungen für ein neues Leitbild des Wirtschaftens findet sich dann:  „Die Kirchen treten ein für ein gerechteres Steuersystem, das die Belastung der Erwerbsarbeit durch Steuern und Abgaben verringert, dafür andere Faktoren stärker belastet".

 

  • Von einer Steuerreform erwartet die KAÖ daher einen wirksamen Beitrag zur Armutsbekämpfung durch Umverteilung der Steuereinnahmen zugunsten des Faktors „Arbeit“ und zu Lasten des Faktors „Vermögen“ (Vermögen, Gewinne, Kapitaleinkommen, …).
  • Sicherung und Ausbau des Sozialsystems dürfen durch eine  Steuerreform nicht gefährdet werden. Gegebenenfalls müssen dazu höhere Beiträge von jenen, die von unserer Gesellschaft am meisten profitieren, gefordert werden.
  • Weiters sollte eine Steuerreform Impulse für einen schonenden Umgang mit der Umwelt geben.
  • Familien sollen nicht durch steuerliche Maßnahmen, sondern durch Direktzahlungen gefördert werden. Von Steuerfreibeträgen für Kinder würden Familien mit hohen  Einkommen am meisten profitieren, während Familien mit niedrigen Einkommen leer ausgingen.

1. Juli 2013

 

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