Dienstag 22. August 2017
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BISCHÖFE UND KATHOLISCHE AKTION PLANEN FÜR 2014 "ZUKUNFTSFORUM"

Wien, 09.01.13 (KAP) Zentrale Themen sind Einsatz für die "Würde des Menschen", Umgang mit Ehe, Familie und Beziehung sowie Partizipation der Laienchristen in der Kirche.

 

 

Die österreichischen Bischöfe und die Katholische Aktion (KAÖ) planen für das kommende Jahr ein gemeinsam veranstaltetes "Zukunftsforum der Kirche in Österreich". Anlass ist der 2014 anstehende 40. Jahrestag des Synodalen Vorganges, mit dem die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) auf Österreich-Ebene konkretisiert wurden. Dem Auftrag des Evangeliums entsprechend soll damit "die heilende und befreiende Kraft des Christentums für die Gegenwart aufgezeigt und wiederbelebt werden", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung am Mittwoch. Man wolle "im Konsens ein Signal für einen Aufbruch in der Kirche setzen". Zentrale Themen werden der Einsatz für die "Würde des Menschen", der Umgang mit Ehe, Familie und Beziehung sowie die Partizipation der Laienchristen in der Kirche sein.

Die Ankündigung des Zukunftsforums erfolgte im Anschluss an eine erste offizielle Zusammenkunft zwischen Vertretern der Bischofskonferenz und dem neuen Präsidium der Katholischen Aktion Österreich. Seitens der Bischofskonferenz nahmen daran teil deren Vorsitzender, Kardinal Christoph Schönborn, sein Stellvertreter Bischof Egon Kapellari, der für das Laienapostolat zuständige Kärntner Bischof Alois Schwarz sowie die Bischöfe Klaus Küng, Ludwig Schwarz, Manfred Scheuer, Franz Scharl und Diözesanadministrator Benno Elbs. Die KAÖ war durch das neugewählte Präsidium vertreten, an der Spitze mit deren Präsidentin Gerda Schaffelhofer sowie dem Geistlichen Assistenten Prof. Matthias Beck.

Schaffelhofer hatte nach ihrem Amtsantritt im Oktober 2012 angekündigt, einen "Dialog auf Augenhöhe" sowohl mit den österreichischen Bischöfen als auch mit anderen Gruppierungen und Initiative anzustreben. Gleichzeitig hatte sie sich deutlich gegen eine Vereinnahmung der Laien durch die Pfarrerinitiative verwehrt, die "kein Monopol" auf Reformen habe. Die katholische Kirche stehe vor großen Herausforderungen, die einen Reformprozess erforderten, und die Laien wollten sich darin verstärkt mitgestaltend und mitverantwortlich einbringen, so Schaffelhofer damals.

Fokus auf vier Themenkreise

Vier Themenbereiche wurden nun zwischen KAÖ und Bischofskonferenz vereinbart, die im Zukunftsforum vertieft behandelt werden sollen: Unter dem Titel "Religion ist nicht Privatsache" wolle man der Frage nachgehen, wie die Kirche ihren Auftrag in einer pluralen Welt wahrnimmt. Dabei gehe es auch um einen wertschätzenden Umgang mit anderen Religionen und weltanschaulichen Gruppierungen im Dienst am Menschen. "Wie kommt die Kirche zu einem verständnisvollen Dialog mit spirituell Suchenden, Skeptikern, Agnostikern, Atheisten?", lautet eine konkrete Frage dazu.

Damit verwandt ist der ebenfalls ins Auge gefasste Themenkreis "Neuevangelisierung". Wie im 3. Jahrtausend eine "Spiritualität der Achtsamkeit und Solidarität" in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verankert werden kann, solle eingehend beraten werden.

In einem weiteren Themenkreis geht es um Beziehung, Ehe und Familie. Welchen Beitrag könne die Kirche zu deren Gelingen leisten, "und welche Unterstützung bietet sie jenen Menschen an, deren Bemühen um eine Beziehung geprägt von Stabilität und Liebe gescheitert ist?", heißt es in der Aussendung.

Und schließlich: Partizipation der Laien, konkretisiert in den Fragen: "Wie können Laien ihre Verantwortung als Getaufte wahrnehmen, und wie kann das Zusammenwirken von Weihepriestertum und gemeinsamen Priestertum zu einer schöpferischen Allianz gebracht werden?"

Bischöfe und Katholische Aktion Österreich sehen im Zukunftsforum und dessen Themen "einen ersten gemeinsamen Schritt zur Bewältigung der Herausforderungen in Kirche und Welt". Mit der Planung des Zukunftsforums, das für alle interessierte Gruppen und Initiativen offen ist, wurde die KAÖ beauftragt. Bis zu den nächsten Vollversammlungen der Bischofskonferenz im März und im Juni soll ein detailliertes Konzept ausgearbeitet werden.

Angesiedelt ist das Projekt im weiteren Horizont des Konzilsjubiläums: Das Zweite Vatikanische Konzil wurde im September 1962 eröffnet, was wiederum Anlass für ein von Papst Benedikt ausgerufenes und bis zum Advent 2013 währendes "Jahr des Glaubens" war. Der Österreichische Synodale Vorgang (1973-1974), der zeitgleich mit der Gemeinsamen Synode der Bistümer der Bundesrepublik Deutschland (Würzburger Synode, 1971-1975) und weiteren Nationalsynoden in Europa abgehalten wurde, war entscheidend für die teilkirchliche Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils in der katholischen Kirche Österreichs.

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