Illiberale Politik und Wissenschaftsfeindlichkeit im Fokus
Der KAVÖ will künftig sein Engagement für Demokratie und gegen Wissenschaftsfeindlichkeit noch verstärken. Das hat der KAVÖ am Dienstag (1.4.2025) in einer Aussendung mitgeteilt. Wissenschaftsfeindlichkeit sei in Österreich besonders stark ausgeprägt, hieß es in der Aussendung. Zwar sei Kritik an der Wissenschaft ohne Zweifel legitim und die Kritik an Forschungsergebnissen sei selbstverständlicher Teil der Wissenschaft, doch "durch politische Instrumentalisierungen ist in jüngerer Zeit die legitime Wissenschaftskritik in eine propagandistisch beförderte Wissenschaftsfeindlichkeit umgeschlagen", so Prof. Hans Schelkshorn, Präsident des KAVÖ.
Da die Freiheit der Wissenschaft eine Säule moderner Demokratien ist und Regierungen auf die Beratung freier Wissenschaften angewiesen sind, stelle eine grundsätzliche Ablehnung von Wissenschaft auch eine Gefahr für die Demokratie als solche dar, so Schelkshorn.
Wie bereits in den vergangenen Jahren werde sich der KAVÖ auch in der Zukunft der Stärkung einer menschenrechtsbasierten, rechtsstaatlichen Demokratie widmen, hieß es in der Aussendung weiter, die im Anschluss an die jüngste KAVÖ-Frühjahrskonferenz veröffentlicht wurde. Eine kritische Auseinandersetzung mit illiberalen Ideologien und Praktiken sei auf allen Ebenen der politischen Willensbildung nötig, und zwar über die Parteigrenzen hinaus. Die Suche nach einer Erneuerung liberaler Demokratie sollte daher in allen Parteien, aber auch in den Interessensverbänden und zivilgesellschaftlichen Gruppen intensiviert werden. Der KAVÖ werde dieses Thema in diesem Jahr vor allem im Blick auf die Schulbildung und die Bildungspolitik behandeln (Herbsttagung "Migration – Bildung – Demokratie" am 28.11.2025 im Kardinal-König-Haus in Wien).
Die Stabilität der Demokratie hängt laut KAVÖ auch vom sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft ab. Angesichts der aktuellen Budgetprobleme rief der KAVÖ daher die Regierungsparteien zu einer sozial ausgewogenen Finanz- und Steuerpolitik auf. Eine Budgetsanierung sollte aus christlicher Sicht stets den Schutz der Schwächsten der Gesellschaft im Blick haben. In der Sozialpolitik sei daher die demokratische Tugend der Kompromissfähigkeit, die in Österreich durch die Sozialpartnerschaft jahrzehntelang praktiziert wurde, unverzichtbar.
Die zentralen Vorhaben der Regierung in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Forschung, insbesondere die Erhöhung der Forschungsquote, begrüßte der KAVÖ.
KAVÖ-Gesamtvorstand
Vertreter:innen der Katholischen Akademiker:innenverbände aus Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg, St. Pölten und Wien hielten in St. Pölten ihre Frühjahrskonferenz ab (28.-29.3.2025). Reinhard Länger, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, berichtete über die Umstrukturierung bzw. Neuaufstellung der KA und nahm an der Führung durch die Ausstellung „Von Steinen und Beinen“ mit Stadtarchäologen und Grabungsleiter Dr. Ronald Risy im Stadtmuseum teil.
Am Foto: Angelika Beroun-Linhart, Markus Schlagnitweit, Cornelia Erber, David Schellander, Susanne Schlager, Petr Slouk, Hans Schelkshorn, Ille C. Gebeshuber, Magda Krön (v.l.n.r.) © KAVÖ/Angelika Beroun-Linhart
Illiberale Politik und Wissenschaftsfeindlichkeit im Fokus – KAVÖ
Quelle: kathpress/red.
(ps/1.4.2025)